„Happy Holocaust“ im Thinghaus

Lang genug hat es gedauert, doch nun haben die Etablierten endlich ihren handfesten „NPD-Skandal“ aufgedeckt. Klar, bei einer solchen Ansammlung von Menschenfressern und Kriminellen MUSS doch irgendwo ein letzter, endgültiger Beleg für die fürchterlich menschenverachtende Weltanschauung der „Nazi“-Partei existieren.

Genau genommen handelt es sich um einen eisernen Grill, auf dessen Vorderseite die Worte „Happy Holocaust“ herausgestanzt wurden. Diese Konstruktion will eine Reporterin des Online-Magazins VBS.TV auf dem Hinterhof des Thinghauses in Grevesmühlen entdeckt haben.

Über die weitere Herkunft des Grills ist nichts bekannt. Allerdings spricht die Reporterin den NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster in einem Interview später gezielt darauf an. In der Tat gibt Köster daraufhin keine gute Figur ab. Schließlich sind allzu freie Äußerungen zur Holocaust-Thematik in der Bundesrepublik strafbewehrt. Eine Schuld oder Verantwortung kann sie ihm jedoch nicht nachweisen und wäre wohl auch zu weit her geholt.

Dennoch werden die bundesdeutschen Minus-Medien in den nächsten Tagen den Vorfall genüßlich ausweiden und sich stets darum bemühen, eine Verbindung zur NPD herzustellen. Es wird Betroffenheit erzeugt, namhafte Experten und Politiker dürfen ihrer Bestürzung Ausdruck verleihen und abschließend wird – mal wieder – ein Verbot der NPD gefordert werden.

Das Thinghaus wird allerdings von vielen unterschiedlichen Gruppen und Projekten genutzt. Möglicherweise stammt das Bild vom letzten Grillfest örtlicher Revisionisten. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß sich der Urheber über verkrampfte, antifaschistische Beißreflexe zur jüngeren Vergangenheitsbewältigung lustig machen und bewußt provozieren wollte.

Tatsächlich bedeutet der Begriff „Holocaust“ in seinem etymologischen Ursprung (gr. holos + kaustos) zu Deutsch in etwa soviel wie Brandopfer. Eine derartige Inschrift auf einem Grill könnte daher auch noch als makabere Satire durchgehen, wenngleich die Grenzen des guten Geschmacks dabei weit überschritten werden.

Ob allerdings auf diesem Wege einer Entmystifizierung des zionistischen Kampfbegriffs Holocaust Vorschub geleistet werden kann, erscheint arg zweifelhaft. Generell haben Debatten um „singuläre“ Ereignisse der Vergangenheit wenig mit aktuellen Problemen und Fragestellungen zu tun. Lediglich gewisse volksfeindliche Gruppen mißbrauchen die daraus abgeleiteten Totschlagargumente immer wieder zur Diskreditierung der politischen Konkurrenz.

Auf Nachfrage von MUPINFO im Thinghaus war zu dem Vorfall nichts Weiteres bekannt. Auch die besagte Grillkonstruktion war nirgends zu sehen.

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